Schnupfen, Husten und so weiter
Robin hat Schnupfen, Husten und Halsweh. Und Fieber hat er auch! Er fühlt sich sehr elend, ziemlich nahe am Weinen.
Mama hat ihm zuerst in die Augen geguckt, anschließend seine Stirn befühlt, dann das Fieberthermometer geholt. Und zum Schluss hat sie gesagt, dass er wieder ins Bett muss. Mit Fieber darf man nicht rumlaufen.
Zuerst war Robin ganz froh, als er mit seinem Kuschelhasen Hugo wieder unter der Decke lag. Er hat sogar noch ein bisschen geschlafen. Aber jetzt ist er wach und fühlt sich noch schlechter als vorher. Auch Hugo kann ihm nicht helfen.
Zum Glück kommt Mama sofort, als Robin sie ruft. Sie kommt mit einem Glas Saft, einer Mandarine und einem Schokoriegel – die Sorte, die er am liebsten mag. Aber heute schmeckt sie ihm nicht. „Mama“, sagt Robin, „spielst du mit mir?“
„Später, mein Schatz“, antwortet Mama. „Jetzt nimmst du erst mal die Tropfen.“
Was denn für Tropfen?
„Die gegen Schnupfen und Husten und Halsweh“, sagt Mama. „Gegen das Fieber kriegst du ein Zäpfchen.“
Was denn? Auch noch ein Zäpfchen?
Robin kriecht tief unter die Decke, obwohl ihm schon jetzt ziemlich heiß ist.
„Keine Tropfen!“, sagt er. „Und ein Zäpfchen erst recht nicht!“
Mama hat es wohl nicht gehört. Oder doch? Jedenfalls geht sie hinaus. Sie wird doch nicht ...? Robin horcht in die Diele.
Da kommt Mama schon wieder zurück. Und nun steht sie an seinem Bett – in der einen Hand das dunkelbraune Fläschchen, in der anderen das eklige Zäpfchen.
„Das hilft dir bestimmt“, sagt Mama, „genau wie letztes Mal. Weißt du noch?“
O ja, Robin weiß noch! Er weiß, dass es schlimm war – zuerst die Tropfen im Mund und dann das Zäpfchen im Po.
Er heult also los. Er heult wie eine Sirene. Seine Augen laufen über. Seine Nase auch. Sein ganzes Gesicht ist eine einzige Überschwemmung.
„Was ist denn hier los?“, fragt da eine Stimme. „Warum heulst du denn so?“
War das Mama? Nein, es war Hugo, der Kuschelhase! Er tippt Robin mit seiner weichen Pfote auf die Schulter und sagt: „Ich würde mich nicht so anstellen!“
„Du Blödmann!“, heult Robin.
„Selber Blödmann!“, sagt Hugo. Ich würde nämlich gesund werden wollen. Also hätte ich nichts gegen das Zäpfchen. Und auch nichts gegen die Tropfen.“
„Hättest du wohl!“, heult Robin. „Du weißt ja nicht mal, wo sie hinkommen.“
„Doch“, sagt Hugo, „das Zäpfchen in den Mund und die Tropfen in den Po!“
Das Heulen bricht ab. Robin muss nämlich lachen. Immer noch lachend nimmt er die Tropfen. Und das Zäpfchen gestattet er auch.
„Jetzt spielen wir was!“, ruft Hugo.
„Au ja!“, sagt Robin. „Du und Mama und ich.“
Sie spielen also zu dritt. Danach geht es Robin viel besser.
(Aus „Der Wunschgeschichtenbaum“, Sauerländer)




